Integration – Begleitung junger Geflüchteter auf ihrem Weg
Junge Menschen, die ohne ihre Familie nach Deutschland geflohen sind, haben oft Schweres erlebt und stehen zugleich vor der Aufgabe, sich in einem fremden Land neu zu orientieren. Als St. Josefspflege Mulfingen begleiten wir diese jungen Geflüchteten dabei, anzukommen, Vertrauen zu fassen und sich eine Zukunft aufzubauen.
„Kommt als Fremde und bleibt als Freunde.“
Ankommen und Vertrauen fassen
Unbegleitete minderjährige Geflüchtete kommen mit ganz unterschiedlichen Geschichten zu uns – aber fast immer mit dem Bedürfnis, endlich zur Ruhe zu kommen. Unser Leitgedanke bringt unsere Haltung auf den Punkt: Sie kommen als Fremde und sollen als Freunde bleiben. Wir verstehen es als unseren Beitrag und unsere gesellschaftliche Mitverantwortung, diesen jungen Menschen einen sicheren Ort zu bieten.
Am Anfang steht das Ankommen: ein eigenes Bett, regelmäßige Mahlzeiten, ein geregelter Tagesablauf und Menschen, die verlässlich da sind. Aus dieser Stabilität heraus kann Vertrauen wachsen – die Grundlage dafür, dass Integration überhaupt gelingen kann.
Belastendes verarbeiten
Flucht hinterlässt Spuren. Viele der jungen Menschen, die wir begleiten, tragen belastende oder traumatische Erfahrungen mit sich – von der Trennung von der Familie über die gefährliche Reise bis hin zu Erlebnissen, über die sich kaum sprechen lässt. Wir nehmen diese Belastungen ernst und schaffen Bedingungen, unter denen Verarbeitung möglich wird.
Das bedeutet zunächst Geduld und einen geschützten Rahmen, in dem niemand gedrängt wird. Wo es nötig ist, vermitteln wir den Zugang zu fachlicher und therapeutischer Unterstützung. Stabilität, verlässliche Beziehungen und ein wertschätzendes Miteinander sind dabei die wichtigste Basis, damit alte Wunden heilen können.
Sprache, Schule und Beruf
Der Schlüssel zur Integration ist die Sprache. Deshalb hat das Erlernen der deutschen Sprache von Anfang an einen hohen Stellenwert. Parallel begleiten wir die jungen Menschen auf ihrem schulischen Weg, unterstützen beim Lernen und helfen dabei, Anschluss an passende Bildungsangebote zu finden.
Mit zunehmender Sprachsicherheit rückt die berufliche Perspektive in den Blick. Wir begleiten bei der Suche nach Praktika und Ausbildungsplätzen, bei Bewerbungen und beim Übergang in die Arbeitswelt. Eng arbeiten wir dabei mit Schulen, Betrieben und Behörden zusammen – denn ein eigener Bildungs- und Berufsweg ist die wohl wirksamste Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben.
Zusammenarbeit und Einbindung am Lebensort
Integration gelingt nicht in der Wohngruppe allein, sondern dort, wo die jungen Menschen leben. Deshalb legen wir großen Wert auf die Einbindung am jeweiligen Lebensort – über Vereine, Freizeitangebote, Nachbarschaft und Kontakte zu Gleichaltrigen. So entstehen Verbindungen, die das Gefühl von Zugehörigkeit stärken.
Eine enge Zusammenarbeit mit Jugendamt, Schule und Ausländerbehörde sichert dabei den rechtlichen und organisatorischen Rahmen. Eine besondere Rolle spielen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer: Ihr Engagement – sei es bei den Hausaufgaben, in der Freizeit oder einfach als verlässliche Bezugsperson – ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Integrationsarbeit.
Unsere Standorte
Plätze für junge Geflüchtete halten wir an mehreren Standorten vor. In Mulfingen und im benachbarten Dörzbach betreuen wir Jugendliche ab etwa vierzehn Jahren, verteilt auf mehrere Wohnstandorte. In Heilbronn kommen weitere Plätze hinzu, die ein breiteres Altersspektrum von Kindern und Jugendlichen abdecken.
Mit fortschreitender Entwicklung gehen viele junge Geflüchtete den nächsten Schritt in unsere betreuten Wohnformen und bereiten sich dort auf ein eigenständiges Leben vor. Wenn Sie Fragen zu unseren Angeboten haben oder sich ehrenamtlich engagieren möchten, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.
Auf einen Blick
- Begleitung unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter an mehreren Standorten
- Standorte in Mulfingen und Dörzbach (ab ca. 14 Jahren) sowie in Heilbronn
- Schwerpunkte: Stabilisierung, Verarbeitung belastender Erfahrungen, Verselbständigung
- Förderung von Spracherwerb, schulischer Bildung und beruflicher Perspektive
- Enge Zusammenarbeit mit Jugendamt, Schule und Behörden – getragen auch von ehrenamtlichem Engagement